Electroland Records Vienna    

   Zeitgenössisches. Neoklassik. Jazz. Elektronik. ArtPop. Literatur.

Release: 4. Dezember 2020


GEOMETRIE DER SEELE wurde auf der Longlist 1/2021 für den Preis der deutschen Schallplattenkritik – Rubrik „GRENZGÄNGE“ nominiert!


SUSANNA RIDLER: Komposition, Stimme, electronics, artificial orchestra, Produktion
GERT JONKE: Texte, Stimme aus Originalaufnahmen von 1971 bis 2008
PETER HERBERT: Kontrabass
WOLFGANG PUSCHNIG: Altsaxofon, Flöte
Gast: Anna Rebekka Ritter: Violine in (II / 2)

Mit unveröffentlichten Texten, Lesungs-Ausschnitten
und privaten Aussagen von Gert Jonke
© Gert-Jonke-Gesellschaft

Gesamte Spieldauer: 65:26 Min


Auf der CD GEOMETRIE DER SEELE hat Susanna Ridler dem Dichter Gert Jonke ein persönliches musikalisches Denkmal gesetzt, – vom Jazz-Trio bis zur orchestral anmutenden Filmmusik und experimenteller Elektronik. 

Ihre Hommage an Gert Jonke ist eine Erinnerung an einen großen österreichischen Schriftsteller, dessen Werk nach seinem Tod 2009 zu früh ein Ende fand. Doch Jonkes Werke verdienen neue Aufmerksamkeit, ihr Zauber ist ungebrochen und subtil durchdrungen von Aktualität.


PRESSESTIMMEN
Zeitschrift „Kultur“, Vorarlberg, Peter Füssl:
(…) Für aufgeschlossene Musikfreunde ist dieses Album eine wahre Wundertüte, aber auch Jonke-Kennern bietet sie Überraschendes, da Susanna Ridler von der Gert-Jonke-Gesellschaft die Möglichkeit erhielt, im Arbeitszimmer des großen Dichters herumzustöbern, wo sie auf großartige, bislang unveröffentlichte Trouvaillen gestoßen ist, die sie für ihr faszinierendes, Aufmerksamkeit forderndes und verdienendes Meisterwerk verwenden durfte.


Hannes Schweiger: (..) Was wäre das für eine Aussicht. Ridler/Puschnig/Herbert taten es jedenfalls eindrucksvoll mit den Texten Jonkes. Ein heimlicher und drei unheimliche MusikerInnen. Grammatik der Emotionen.


Kurier, Werner Rosenberger:
Eine musikalische Hommage der Komponistin und Vokalistin an einen, der mit der Sprache Musik machen wollte: Gert Jonke (1946-2009) feat. Wolfgang Puschnig. Bezaubernd und subtil wurden unveröffentlichte Texte vertont, wurde zum Teil des Autors Stimme musikalisch verarbeitet und in die Kompositionen verwoben. Vom Jazz-Trio bis zur orchestral anmutenden Filmmusik wird so Jonkes Kosmos bei dieser musikalisch-literarischen Klangforschungsreise ganz anders erfahrbar, anders hörbar. ****

Wiener Zeitung, Christoph Irrgeher:

Die Komponistin und Sängerin Susanna Ridler unterhält seit Jahren eine symbiotische Beziehung mit diesem Kosmos. Immer wieder hat sie diese Texte mit der eigenen Klangsprache verwoben und dabei zu verschiedenen Formen gefunden: Mal lässt sie das Dichterwort über sphärische Orchestermusik schweben, mal durchwirken die Jonke-Sätze elektronische Klangräume, mal sind sie der Katalysator für spontane Jazzkonversationen im Trio mit Wolfgang Puschnig (Saxofon) und Peter Herbert (Kontrabass). Entsprechend abwechslungsreich nimmt sich Ridlers Album „Geometrie der Seele“ aus, eine Art Sammelwerk der Vorjahre, das sie zum durchdachten Großprogramm geformt hat. Bei aller Subtilität kommt der Schalk nicht zu kurz: Man lausche etwa der Anekdote vom aufmüpfigen, derben Mund, der sich von seinem Eigner mit den Worten lossagt: Sei ruhig, du Hund / Ich bin der Mund!



Kleine Zeitung, 07.01.21/ 

Die Seele, geometrisch
Sängerin Susanna Ridler paraphrasiert Gert Jonke. Die Lyrik des 2009 verstorbenen Gert Jonke war stets von großer Sprachkritik und zugleich einem großen Hu-mor durchdrungen. Susanna Ridler hat das Œuvre oder besser gesagt den Geist des Kärntner Literaten nun mit „Geometrie der Seele“ gleichsam paraphrasiert. Über längeren Zeitraum ent- standen, verbindet die Voka- listin und Komponistin darin Original-Tonaufnahmen Jon-kes von 1971 bis 2008 und teils unveröffentlichte Texte mit eigenen Werken, die den Sprachduktus, den Rhyth- mus teils doppeln, bisweilen schlicht untermalen oder auch erst in Façon bringen. Ridler ist dabei jedes Mittel recht. Zwischen Jazz und symphonischer Moderne, zwischen Soundtrack und Kammerqualität variieren hier ihr Werk sowie die Besetzungen. „Ohne Jonkes Texte hätte meine Musik nicht zu ihrem Sound und Charakter gefunden“, wie es die gebürtige Oberösterrei-cherin selbst ausdrückt. Susanna Ridler. Geometrie der Seele. Mit Wolfgang Puschnig (sax) und Peter Herbert (b). 


Concerto, Achim Doppler, Ausgabe Februar 2021
„… von einer Musik Atmosphäre umgeben sein wird“,Die Wiener Vokalisten und Komponisten Susanna Ridler hat mit vorliegenden CD „Geometrie der Seele“ ihre langjährige Arbeit an und mit Text- und Tondokumenten Gerd Jonkes zu einem – möglicherweise nur vorläufigen – Abschluss gebracht. Als Angriffspunkt ihres Komponierens wählte sie teils unveröffentlichte Textfragmente, die ihr die Gert-Jonke- Gesellschaft aus dessen Arbeitszimmer in der Wiener Stockgasse zu bergen und zu autopsieren erlaubte. Ein im Booklet der CD abgedruckter „Papierflieger“, der in einer Konzertfotografie aus 2018 über den Köpfen der Musiker schwebt, ist das ikonische Exemplar dieser Objets trouvés. Die Musiker sind die beiden
Ausnahmeinstrumentalisten Wolfgang Puschnig und Peter Herbert, die sich mit Susanna Ridler zu einem jazz Trio der besonderen Art formieren – eigentlich aber Quartett, denn die stimmhafte Rede des von Elfriede Jelinek als „Jazzmusiker“ apostrophierten Jonke ist neben der von Ridler die zweite Hauptstimme des Gesamtwerks.



„Halt den Mund!, sagt mein Mund“, HEDWIG KAINBERGER, 07. Februar 2021
Der Dichter Gert Jonke wäre am Montag 75 Jahre alt geworden.
Um einen großen Österreicher ist es still geworden: Gert Jonkes Stücke sind einst im Burgtheater mit Jubel uraufgeführt, mit mehreren Nestroy-Preisen ausgezeichnet und in Landestheatern oder bei Festivals wie der Ruhrtriennale gespielt worden. Aber seit dessen Tod im Jänner 2009 sind die meisten Bühnen sonderbar jonkestumm geworden.
Zeitgerecht vor dem 75. Geburtstag am 8. Februar hat Lotus Records eine aparte CD herausgebracht: Gemäß Gert Jonkes Bekenntnis, „dass ich ohne Musik wahrscheinlich nicht leben kann“, gestalten drei Künstler eine Hommage: Susanna Ridler als Komponistin, Sängerin und an den Electronics, Peter Herbert am Kontrabass sowie Wolfgang Puschnig mit Saxofon und Flöte. Gert Jonkes wunderbar verquer witzige und zutiefst ernsthafte Gedanken – etwa ein fulminanter Streit mit dem eigenen Mund – sind im Originalton zu hören und werden zugleich Teil von neuer Musik.

Release: 21. Jänner 2012


SUSANNA RIDLER:  Komposition, Stimme, Elektronik, Keys, Produktion
PETER HERBERT: Kontrabass

WOLFGANG PUSCHNIG: Altsaxofon, Flöte
FLORIAN KMET: E-GITARRE 
Alexander Lackner: E Bass
GERALD PREINFALK: BASSKLARINETTE 

Enthält 3 Coverversions:
Angel Eyes, You go to my Head & Wayfaring Stranger


PRESSESTIMMEN
ROLLING STONE Magazin (D):
(„…) Ridlers Eigenkompositionen reichen von atmosphärischen Klangbildern bis zu Groovegetriebenem – weshalb der abschließende „SusysteMix“ wie das abenteuerliche Puzzle eines Remixers daherkommt, weit ab vom gewöhnlichen Beats-per-minute- Korsett.  Mit Bugge Wesseltofft dürfte sich diese Wienerin gut verstehen. Aber wo dessen Suggestivformeln vom besseren Leben künden, zieht Susanna Ridler den Fragemodus vor „Where does this take us?“
„Susystems“ jedenfalls führt schnurstracks ins Reich der Geniestreiche“


Jazzthing (D):
Ihre Versionen klingen wie vertonte Gedichte, konsequent für das digitale Zeitalter konzipiert und interpretiert. Ridlers Stringenz reicht bis zur Veröffentlichungspolitik: Das Album erscheint auf ihrem eigenen Label Electroland Records und präsentiert damit ein schlüssiges 360-Grad-Modell.


Kurier, Werner Rosenberger
(..) „Das Ergebnis ist international durchhauchte Erwachsenenmusik zwischen Jazz, Elektronik, Pop und Funk im Gegenteilmodus: spannend und entspannend, berührend und exaltiert, eingängig im Großen und sperrig im Detail. Schön.


Sound & Media (A):
„… ein wenig Laurie Anderson, übersetzt in die Jetztzeit. Cooler, zeitgemäßer Intellektuellensound.“
Der Standard, Andreas Felber:
„… Da sind die eigenwilligen Rekompositionen alter Standards wie „You Go To My Head“,
in dem die Sängerin, flankiert von Wolfgang Puschnigs frenetischem Altsaxofon, den Songtext durch eine Steigerung bis ins höchste Kopfstimmenregister bildhaft umsetzt. Susystems bestätigt sie als Singer/Songwriterin erfrischend eigenständiger Kategorie …“


Hessischer Rundfunk 2, Günter Hottman, über „You go to my Head“ (D):
…und ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und stelle diese höchst zeitgemässe Einspielung auf eine Stufe mit meiner bislang absoluten Lieblings Version des Stücks; gespielt von Chet Backer und Paul Bley im Jahr 1985….


Mannheimer Morgen (D):
Die traut sich was: Die österreichsiche Sängerin Susanna Ridler katapultiert mit ihrer Band [koe:r] Jazz-Standards wie „ You go to my head“ oder „ Angel Eyes“ ins Digitale Zeitalter und erschließt dabei neue Song-Facetten. Zu hypnotischen Laptop-Beats und expressiven Soli des Ausnahmesaxofonisten Wolfgang Puschnig interpretiert sie die Vorlagen in einem brodelndem Mix aus Funk-Riffs, Club-Grooves, Blues- Emphase und Free Vokalisten als ekstatische Beschwörungen obsessiver Lust und Sehnsucht. Ihre genreübergreifenden musiklaischne „Suystems“ inszeniert die Neuentdeckung ( das ist sie zumindest hierzulande) außergewöhnlich geschmackssicher und maßvoll. Ridler, die so kühl klingen kann wie ein Eishauch und im nächsten Moment so sinnlich wie eine Liebhaberin, changiert auch in ihren Eigenkompositionen souverän zwischen melodischem Pop, tanzbarer Electronica, krachenden Rock-Anklängen und emotionsstarken Jazz Improvisationen. Ihre Band folgt ihr dabei kongenial. Und all das klingt weitaus besser als so viele der blassen Sänerginnen aus dem hohen Norden. Unbedingt zu empfehlen!


Der Standard, Andreas Felber(A):
„… Da sind die eigenwilligen Rekompositionen alter Standards wie „You Go To My Head“,
in dem die Sängerin, flankiert von Wolfgang Puschnigs frenetischem Altsaxofon, den Songtext durch eine Steigerung bis ins höchste Kopfstimmenregister bildhaft umsetzt. Susystems bestätigt sie als Singer/Songwriterin erfrischend eigenständiger Kategorie …“



Falter, Sebastian Fasthuber
[koe:r]: Susystems Fusion ist ein hässliches Wort. Wenn man versuchen wollte, es positiver zu konnotieren, könnte man Susanna Ridlers musikalisches Baby [koe:r] als Beispiel dafür heran ziehen, wie es auch geht. Mutig und pfiffig tut sich die Wiener Musikern und Sängerin im Grenzland zwischen Elektronik, Jazz und Pop um. Beliebigkeit war gestern, die meisten Stücke klingen erfreulich prononciert. Saxofonist Wolfgang Puschnig, Gitarrist Florian Kmet und andere assistieren zweckdienlich wie einfallsreich und tragen das Ihre zum Gelingen bei.

Release: 01. Februar 2008


SUSANNA RIDLER:  Komposition, Stimme, Elektronik, Keys, Produktion
PETER HERBERT: Kontrabass
WOLFGANG PUSCHNIG: Altsaxofon, Flöte
HELMUT JASBAR: E-Gitarre
RAINER DEIXLER: Drums

Enthält 4 Coverversions:
Comes Love, Corocvado , Fever & Summertime, 


PRESSESTIMMEN
Die Presse, Samir Köck:
(..) Ihre größtenteils elektronisch generierte Zeitlupenästhetik birgt jene tiefgekühlte Soulfulness, mit der auch Sidsel Endresen und David Sylvian bezirzen.


ORF/ 3SAT:
Das legendaere Duo Kruder & Dorfmeister hat es vorgemacht: Ektronische Musik aus Österreich findet auch international große Beachtung. Die Sängerin, Arrangeurin und Komponistin Susanna Ridler fusioniert nun höchst erfolgreich elektronische Sounds mit Jazz. „[koe:r]“ heißt das spannende Musikprojekt aus Wien. Ihr gleichnamiges Debüt-Album hat bei ihrer Österreich-Veröffentlichung im Februar 2008 für Aufsehen gesorgt. Jetzt erscheint „[koe:r]“ auch in Deutschland.


Roasted Ice (D) :
[koe:r] schafft es Klangwelten aufzubauen und sich darin zu verlieren. Der Zuhörer schwebt förmlich durch das Album. Eine überaus geniale und gelungene Platte, die sich nicht an üblichen Klischees bedient und sich anders anhört. Der Erwerb von [koe:r] ist auf jeden Fall empfehlenswert.


APA, Georg Leyrer:
Heimische Jazzgrößen wie Peter Herbert, Wolfgang Puschnig und Thomas Gansch auf ihrer Debüt- CD zu versammeln, damit gab sich die Wiener Musikerin Susanna Ridler nicht zufrieden: Auf „[koe:r]“ jagte Ridler deren Soli durch den Computer, dehnte, stauchte und zerschnipselte diese und schuf daraus eine ebenso artifizielle wie lebendige Mischung aus Jazz, elektronischer Musik und Pop. Das Ergebnis spricht durch durchaus wienerische
Downbeat-Grundstimmung und durchaus internationale Offenheit im Klang an. Ein Trip Hop- Neuansatz mit einer ordentlichen Zusatzdosis Jazz, für musikalische Entspannungs- ebenso wie Entdeckungsreisen äußerst empfehlenswert, zugleich intelligent und emotional. Dabei wird auch eigentlich abgeschmackten Klassikern wie „Summertime“ und „Fever“ ein
neues, heutiges und reflektiertes Gewand gegeben, das diese wieder hörenswert macht.


Vogue (D):
Stilmix und Crossover-Experimente geraten meist quälend banal.
Auf [koe:r] versucht Susanna Ridler etwas ganz anderes: neue Musik aus bestehenden Stilen zu fusionieren, eigene Kompositionen mit Soli hochkarätiger Musiker zu verschmelzen. Jazzig, intellektuell, sinnlich.


Now (A):
(..) Eine erfrischend leichtfüßige, eigenständige Platte, die an Meer und Urlaub denken lässt, ohne „Cafe del Mar“ Klischees zu bemühen.



Musicchannel.cc (A):
Ein Zugang zu Musik, so verschroben und genial zu gleich, wie man ihn aus diesem Lande wohl kaum erwarten würde. [koe:r] ist dabei viel mehr, als ein einfaches Computerprojekt. Dass es ohne diesen zwar ebenso wenig in Frage käme, derartige Songs zu produzieren, zeigt jedes einzelne Werk für sich, und dennoch lässt die Platte spüren, dass mehr dahinter steckt. Susanne Ridler hat sich keine Grenzen gesetzt, keine Rahmenbedingungen geschaffen, ohne Grundsätze gearbeitet. Zu durchdacht sind die Songs, um einfache, einmalig im Studio aufgezeichnete Stücke sein zu können. Aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen wie Jazz, Pop, Funk, Lounge, Electronic, Ambient sowie einigen anderen hier nicht explizit genannten, setzt sich ein Sound zusammen, der zu beschreiben genauso unmöglich ist, wie einem Menschen das Fliegen beizubringen. Unterstützung bekam die junge Österreicherin von prominenten Künstlern wie Wolfgang Puschnig, Peter Herbert, Helmut Jasbar und einigen weiteren. Dass diese den Sound der Platte maßgeblich prägen, ist genauso logisch wie deutlich zu hören. Doch die Platte [koe:r] wirkt nicht wegen ihrer medial wirksamen Liste an Mit-Schaffenden. Vielmehr ist es der Prozess, die Verarbeitung der aufgenommenen „Soundschnipsel“ am Computer, die den Nummern ihren Charme verleiht. Dabei klingen die Versionen von Klassikern wie „Fever“ oder „Summertime“, die sich gekonnt und unauffällig unter die Eigenkompositionen mischen, doch eher wie neue Werke – starke Entfremdung, die gleichzeitig für neues Blut und stärkere Emotionen sorgt. Faszination, ausgelöst durch [koe:r], lässt sich wahrlich nicht an einem einzelnen Grund dingfest machen. Doch möglicherweise ist es die Symbiose zwischen Jazz-lastigen Klängen und Soli mit den elektrisierenden, am Downbeat orientierten Soundgewändern, die so perfekt funktioniert. [koe:r] plätschert wie ein Wasserfall vor sich hin. Und dieser Wasserfall plätschert unglaublich genussvoll – und schön.


Slam-Zine (D):
Dazu höre und staune man über die famose GERSHWIN Adaption „Summertime“. Die Meisten der Stücke auf „[koe:r]“ sind Eigenkompositionen RIDLERs, doch neben „Summertime“ finden sich mit „Fever“, „Corcovado“ und „ Comes Love“ noch drei weitere Klassiker denen ein völlig eigenständiger, neuer musikalischer Anzug verpasst wurde. Dieser steht den „alten Herren“ zumeist ganz hervorragend. Musikalische Unterstüzung erhält die Sängerin durch ein who is who österreichischer Jazzmusiker, dafür bürgen Namen wie WOLFGANG PUSCHNIG (Saxophon und Föte). THOMAS GANSCH (Trompete, Flügelhorn) oder PETER HERBERT (Kontrabass). Somit dürfte „[koe:r]“ für manchen Musik- konsumenten eine interessante und durchaus willkommene musikalische Horizonterweiterung darstellen. Sei es nach einer durchzechten Nacht für einen entspannten Sunday Morning oder als Unterlegung für einsame nächtliche Autobahn- fahrten. Denn Atmosphäre und Entspanntheit sind bei SUSANNA RIDLER garantiert.


Der Standard, Andreas Felber (A):
Entspannte Töne von Susanna Ridler alias [koe:r] Vor fünf Jahren hinterließ sie unter dem Namen Tristan ihren bis dato einzigen klingenden Fußabdruck auf Tonträger – dem Sampler Summertime – This Is Now. Dann verschwand die Wiener Vokalistin und Elektronikerin Susanna Ridler gleichsam in Szene-Klausur. Um schließlich mit einer bemerkenswerten, entspannt tönenden Arbeit wieder aufzutauchen. Auf [koe:r] (Electroland/Hoanzl) fungiert Ridlers Stimme als vielgesichtige, kohärenzstiftende Leitlinie durch die Dub-lastigen, detailfreudig auskomponierten Electronica-Soundscapes: Zuweilen als bloße Klangfarbe in die kontrast- reichen Strukturen integriert, dann wiederum in Song-tragender Roile hervortretend, werden etwa Jobims Corcovado oder Gershwins Summertime auf sinnliche Weise dekonstruiert. Zudem bereichern amtliche Improvisationsbeiträge jenseits üblicher homöopathischer „Nujazz“-Dosierung die klingende Substanz. Wolfgang Puschnig (sax), Peter Herbert (b), Helmut Jasbar (git) und Rainer Deixler (dr) werden heute bei der Live-Premiere von [koe:r] Töne beisteuern.



Now (A):
(…) Eine erfrischend leichtfüßige, eigenständige Platte, die an Meer und Urlaub denken lässt, ohne „Cafe del Mar“ Klischees zu bemühen




Kulturwoche, Manfred Horak:
Ein erstaunliches Debüt-Album legt Susanna Ridler mit [koe:r] – das französische Wort für Herz – vor. Im Spannungsfeld Jazz, Elektronik und Pop und angereichert mit melancholisch-downbeatigen Klangcharakteristiken – angelehnt an den Trip Hop der späten 1990er Jahre – schuf Ridler reduzierte Klangfassaden mit meisterlichen Garnierungen von den Koryphäen Peter Herbert am Kontrabass, Wolfgang Puschnig am Saxofon und Flöte, Thomas Gansch an Trompete, Rainer Deixler am Schlagwerk und Helmut Jasbar an Gitarre. Dem nicht genug zerschnipselt die Sängerin und Komponistin die jeweiligen Soli und formt daraus in aller Unbekümmertheit experimentelle Sounds und mit viel Gespür neue Sichtweisen. Herausragend unter all dem hervorragenden Material die Auftritte (und was daraus wurde) von Gansch in Gershwins „Summertime“ und Puschnig in Ridlers „Dirty Water“, sowie Ridlers entzückender Gesang in „5 Parrots in an Appletree“. Generell auffallend die Grundstimmung ihrer Soundästhetik, dieses düstere, melancholische, unwirkliche und doch nie unterkühlte. Elektronik mit Seele. Den sieben Eigenkompositionen stehen übrigens vier Coverversionen (Summertime, Fever, Corcovado, Comes Love) gegenüber, wobei diese altbekannten Lieder bei Ridler quasi eine Neugeburt erfahren und eigentlich bereits wie Neukompositionen daherkommen. Gewagt. Gewonnen. Herzerfrischend und einfach gut.